Optimismus Blog

25. Januar 2010

Papier & Finger = Internet

Dieses Video, erst kürzlich online veröffentlicht, wird euch ins Staunen versetzen: Pranav Mistry führte in Indien sein neuestes Projekt “SixthSense / WUW – Wear Ur World vor, das eine reale Verknüpfung von unserer physischen Welt und der digitalen ermöglicht. Sein Gedanke war nämlich der, dass wir als Menschen eigentlich gar nicht wirklich an der Computertechnik interessiert sind, sondern an der möglichen Information, die man durch die Computertechnik und das Internet erhalten kann. Der zweite Gedanke war dann, dass wir Menschen mit unserer physischen Welt auch weiter agieren wollen (müssen), sodass die bisherige Sichtweise der Marktführer des Technologiemarktes genau umgekehrt werden müsste: Über den Gebrauch natürlicher Dinge sollte auf Wunsch Zusatzinformation aus der digitalen Welt verfügbar werden und zur Darstellung dieser Informationen sollte kein PC oder Laptop notwendig sein. Klingt unglaubwürdig? Das Projekt soll später sogar Open Source werden! Weitere Projekte von ihm findet ihr auf seiner Webseite.

Ihr könnt auch den englischen Untertitel aktivieren, wenn ihr seine Aussprache nicht ganz verstehen könnt. Leider ist das Video noch nicht auf deutsch ansehbar, von den Filmen und Fotos im Video werdet ihr aber auch schon so beeindruckt sein.

25. November 2009

Demonstranten vor meiner Tür

Der Abend war bis vorhin ruhig, ein paar E-Mails wurden noch getippt. Dann drängte sich ein Schwall von Stimmen in die Wohnung und ich fragte mich, was draußen denn los ist. Auf den (qualitativ minderwertigen) Fotos (s.u.) könnt ihr sehen, dass ein Protestzug von ein paar Hundert in Schwarz gehüllten Linken die Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg hinab zog. Dass ich ihren Schlachtruf trotz Chortöne akustisch kaum verstehen konnte, lag wohl an der Kolonne an Polizeifahrzeugen, die im Schritt-Tempo direkt hinter und seitlich der Demonstranten für einen ruhigen Verlauf sorgten. Auch Hubschrauber kreisen gerade noch tief über den Kiez. Berlin ist vorsichtig geworden.

Ähnliche Demos erlebte ich schon in den letzten zwei Tagen in Prenzl’ Berg, als ich mit dem Auto in einem Stau stand: Rechts von mir plötzlich rennende und grölende Linke in Schwarz. Links marschierten im Eilschritt Polizisten in Schutzuniformen mit Helmen heran. Ganze Seitenstraßen waren leer und unter den Augen der Polizei abgeriegelt  und mit großen Scheinwerfern belichtet. Ich war froh, als der Stau sich schnell wieder auflöste und viele Autofahrer (sichtlich nervös) aus dem Brennpunkt fuhren.

Generell sei gesagt, dass alle Deutschen das Recht haben, “sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln. Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.” (Artikel 8 unseres Grundgesetzes). Dies wird es durch das so genannte Versammlungsgesetz. Demnach kann eine Demo u.a. nur dann von der Polizei aufgelöst werden, wenn sie …

  • nicht angemeldet wurde (ausgenommen Spontandemonstrationen)
  • von den Angaben in ihrer Anmeldung abweicht
  • gegen gesetzte Auflagen verstößt
  • zuvor verboten wurde.

Was die Linken scheinbar oder vorsätzlich nicht wissen, ist, dass sie sich durch das häufige Vermummen strafbar machen (siehe dazu § 17 im Versammlungsgesetz). Demonstrieren ja – dann aber auch das Gesicht zeigen und für das stehen, wofür man demonstriert!

Vom Inhalt der heutigen Demo kann man sagen, dass die Linken nach eigener Aussage “gegen Staat, Nation und Kapital” sind (BZ-Artikel). Vorschläge wofür sie sind, wurden nicht kundgetan. Schade eigentlich, wenn man schon eine Demo veranstaltet. Ich will alle anderen Menschen dieses Landes dazu ermuntern, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit friedlich und konstruktiv zu nutzen. Denn gerade dieses Recht wird vom (oft aus dem linken Lager verpönten) Grundgesetz  gewährleistet, um dem souveränen Volk einen Kanal zur aktiven politischen Partizipationsmöglichkeit zu bieten. Für mich ein ganz persönlicher Grund, dem 60. Geburtstag unserer Verfassung einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

9. November 2009

“Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt.”

Abgelegt unter: Gesellschaft, Optimismus' Ecke — by optimismus @ 23:01
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Berlin (Prenzlauer Berg)  mit Blick in Himmelsrichtung zum Brandenburger Tor am 9. November 2009

Berlin

25. Oktober 2009

Steriles Trinkwasser für einen halben Cent pro Tag

TED.com hat sich über die Zeit sehr gut weiterentwickelt: Mittlerweile gibt es zahlreiche neue Beiträge, von denen (endlich) auch einige mit deutschem Untertitel versehen sind (Link zu deutschen Beiträgen). Mein Beitrag soll auf eine wunderbare Erfindung aufmerksam machen, die dieses Jahr bei TED vorgestellt wurde: Das Lifesaver-Filtersystem in Form einer einfachen Flasche. Seht euch dazu den ca. 10-minütigen Beitrag von Michael Pritchard an:

22. Oktober 2009

“Die Grippewelle rollt an”

Passend zur aktuellen und hitzigen Diskussion (Video!) über die so genannte Schweinegrippe möchte ich auf einen zufällig gefundenen Artikel über das Mittel Tamiflu (bzw. Oseltamivir) Bezug nehmen – man achte dabei auf die Jahreszahl des Artikels und die Wortwahl. Tamiflu wurde übrigens bereits 1999 in der Schweiz zugelassen.

Auszug aus: „Die Grippewelle rollt an“ (Top Magazin BerliN Brandenburg, Heft 4 von 2003)

Die Grippewelle rollt an
Virologen fürchten in dieser Saison eine schwere Epidemie. Aber dagegen ist ein Kraut gewachsen.

[…] Was wirklich hilft, ist ein neues bahnbrechendes Medikament der Firma Hoffmann La Roche. „Tamiflu“ wurde speziell gegen die Influenza-Viren entwickelt (…) die Symptome sind oft schon nach einigen Tagen überwunden. Folgeschäden bleiben meistens aus. Da die Viren sich explosionsartig im Körper vermehren, ist jedoch Eile geboten (…) Je früher die Behandlung mit der neuen „Grippepille“ beginnt, umso schneller ist die Krankheit vergessen (…) knappe 35 Euro sollten uns unsere Gesundheit oder der gerettete Business-Trip in jedem Falle wert sein. Im nächsten Jahr kann man sich dann ja impfen lassen. Das gibt es umsonst!

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